Mrz
10

Hier gewinnt ein Italiener

Stuttgart – Die Favoriten haben sich beim 17.Stuttgarter Sechstagerennen in die richtige Position gebracht: In der vierten Nacht konnten sich noch fünf Mannschaften gute Chancen auf den Gesamtsieg ausrechnen. Stark in Szene setzen sich besonders die italienischen Fahrer, die in drei der führenden Teams vertreten sind.

Im Kampf um Platz eins sind die Mannschaften Andreas Kappes/Silvio Martinello (Köln/Italien), Bruno Risi/Andrea Collinelli (Schweiz/Italien) und Adriano Baffi/Marco Villa (Italien) die größten Gegner – von Feindschaft ist bei der italienischen Fraktion aber trotzdem nicht die Rede. Das Quartett hält zusammen: Im Gegensatz zu den anderen Fahrern haben sie sich nicht im Sporthotel eingemietet – die Südländer lieben es etwas luxuriöser. Den freien Sonntagabend haben sie gemeinsam verbracht, so wie es sich gehört: beim Italiener.

Wenn die Leistung stimmt, muss man bei der Freizeitgestaltung nicht auf die Uhr schauen. Silvio Martinello ist seit Monaten in einer bestechenden Form – obwohl seine Freizeit seit langem äußerst knapp bemessen ist: ¸¸In den vergangenen acht Jahren habe ich im Prinzip keinen Urlaub gemacht. Hier und da konnte ich mal ein bisschen abschalten, aber länger als eine Woche war ich nie weg.” Martinello, der Marathonmann: Im Winter kurbelt er um die Bahn, durch seine jüngsten Triumphe in München, Berlin und Bremen baute er seine Erfolgsbilanz auf 20 Sechstagesiege aus. Im Frühjahr und Sommer ist er auf der Straße unterwegs, der 37-Jährige freut sich schon auf die Klassiker und auf seine zehnte Teilnahme am Giro d’Italia. Im Herbst will er bei den Olympischen Spielen in Sydney seinen Titel im Punktefahren verteidigen – danach geht es wieder bei den Sechstagerennen rund.

Seine Frau und die Kinder im Alter von zehn, acht und sechs Jahren müssen ihm nicht selten hinterherreisen, um das Familienoberhaupt mal für ein paar Tage am Stück zu sehen. ¸¸Das ist schade, aber das ist das Los eines Radprofis”, sagt er. Martinello hat sich an die Schattenseiten seines Berufs gewöhnt. Er hat sich kontinuierlich nach oben gearbeitet – jetzt gehört er zu den Bossen auf der Bahn. Er wird von allen und überall geachtet – weil er schon fast überall gewonnen hat: ¸¸In meiner Sammlung von den großen Sechstagerennen fehlt mir nur noch der Titel in Stuttgart.”

Diese Lücke möchte er am morgigen Mittwoch schließen – eins steht für Martinello aber jetzt schon fest: ¸¸Hier gewinnt auf jeden Fall ein Italiener.”

Keine Kommentare

Schreibe ein Kommentar

Keine Kommentare.

Kommentare RSS Feed   TrackBack URL

Hinterlasse ein Kommentar

Oben